Start › Wissen › Videoproduktion

Social-Media-Wissen

Videoproduktion und Drehtag im Unternehmen

Vom Drehplan bis zum fertigen Video: Ablauf, Vorbereitung, Kleidung, Ton und marktübliche Kosten. Damit dein Drehtag entspannt läuft und viel Material bringt.

Wie läuft ein Drehtag im Unternehmen ab?

Ein Drehtag beginnt lange vor dem Dreh: Vorab werden Ziele, Themen und ein Drehplan mit Zeiten, Orten und Personen festgelegt. Am Tag selbst baut das Team zuerst Kamera, Licht und Ton auf und prüft die Räume. Danach folgen meist die Aufnahmen mit Menschen vor der Kamera, also Interviews, Statements und kurze Erklärungen, solange alle frisch sind. Anschließend entstehen Bilder von Abläufen, Räumen, Produkten und Details. Für übliche Unternehmensdrehs reicht ein kleines Team von zwei bis drei Personen. Hilfreich ist eine feste Ansprechperson im Betrieb, die Türen öffnet, Kollegen holt und Fragen klärt. Am Ende kurz prüfen, ob alle geplanten Motive im Kasten sind.

Wie bereite ich mein Unternehmen auf einen Drehtag vor?

Mit einer kurzen Liste kommst du weit. Räume und Arbeitsplätze aufräumen und putzen, störende Dinge entfernen, Platz für Kamera und Licht schaffen. Fremde Logos, Kundendaten, Bildschirme und Aushänge aus dem Bild nehmen oder abdecken. Alle Mitarbeiter früh informieren, wann und wo gedreht wird und wer mitmacht. Arbeitsschutz beachten: Wer im Alltag Helm, Handschuhe oder Sicherheitsschuhe trägt, trägt sie auch im Video. Für Außenaufnahmen einen Plan für schlechtes Wetter haben. Telefone stumm, laute Maschinen und Lüftung für Sprechaufnahmen wenn möglich aus. Und genug Zeitpuffer einplanen.

Was ziehe ich für den Videodreh an?

Das, was du im Arbeitsalltag trägst, nur in der gepflegten Version. Ruhige, einfarbige Kleidung wirkt am besten. Vermeide feine Streifen, kleine Karos, Punkte und wilde Muster, sie können im Video flimmern. Auch reines Weiß und tiefes Schwarz sind schwieriger als mittlere Töne. Firmenkleidung oder Farben, die zu deinem Unternehmen passen, sorgen für Wiedererkennung. Große fremde Markenlogos besser weglassen. Bring ein Ersatzoberteil mit, falls etwas knittert oder ein Fleck entsteht, und denk an Kleinigkeiten: klimpernder Schmuck stört den Ton, glänzende Haut lässt sich mit etwas Puder oder einem Tuch beheben.

Wie viele Videos entstehen an einem Drehtag?

Das hängt stark von Format und Aufwand ab. Zur Orientierung, was Produktionsfirmen in Deutschland öffentlich angeben: Bei aufwendig geschnittenen Reels mit Sprecher und Untertiteln sind es oft 4 bis 8 fertige Videos pro Tag. Andere Anbieter nennen 10 bis 30 fertige Inhalte, wenn kurze Clips und Fotos mitgezählt werden, und einzelne werben mit über 100 Elementen, davon viele Kurzclips von rund zehn Sekunden. Entscheidend sind Vorbereitung, Zahl der Drehorte und wie viele Menschen sprechen. Ein guter Plan bringt mehr als ein langer Tag. Wie viele Beiträge bei dir realistisch sind, hängt von deinen Themen ab und wird vor dem Dreh festgelegt.

Hochformat oder Querformat: Wie sollte gedreht werden?

Das entscheidet der Ort, an dem das Video laufen soll. Hochformat (9:16) ist Standard für Reels, Stories, TikTok und YouTube Shorts. Querformat (16:9) passt für Website, klassisches YouTube, Präsentationen und Bildschirme auf Messen. Soll ein Dreh beides liefern, wird das vorher geplant: entweder in hoher Auflösung quer gedreht und für Social Media zugeschnitten, wobei alles Wichtige in der Bildmitte bleiben muss, oder die wichtigsten Szenen werden in beiden Formaten aufgenommen. Nachträglich aus einem eng gefilmten Hochformat ein gutes Querformat zu machen, klappt nicht. Texte und Untertitel werden pro Format neu gesetzt.

Imagefilm oder Reels: Was brauche ich?

Die beiden lösen verschiedene Aufgaben. Ein Imagefilm ist das Aushängeschild: meist zwei bis fünf Minuten, im Querformat, für Website, Messe, Präsentation und Karriereseite. Er bleibt nach Angaben von Produktionsfirmen drei bis fünf Jahre aktuell, kostet marktüblich aber deutlich mehr. Reels sind kurze Hochformat-Videos von 15 bis 90 Sekunden für laufende Sichtbarkeit. Sie sind schneller produziert, altern aber auch schneller und brauchen Nachschub. Wer bei Null startet und regelmäßig gesehen werden will, hat von Reels zuerst mehr. Wer bereits Reichweite hat und Vertrauen bei größeren Kunden oder Bewerbern braucht, ergänzt einen Imagefilm.

Lass uns über dein Unternehmen sprechen.Kostenloses Erstgespräch, rund 20 Minuten, unverbindlich.

Was kostet Videoproduktion in Deutschland?

Zur Einordnung marktübliche Spannen, die Produktionsfirmen 2026 öffentlich nennen: Ein einzelnes Reel mit Konzept, Dreh und Schnitt liegt bei etwa 400 bis 3.000 Euro. Ein Drehtag für mehrere Social-Media-Videos kostet meist 1.500 bis 5.000 Euro, laufende Monatspakete 1.500 bis 8.000 Euro. Ein Imagefilm beginnt bei rund 5.000 Euro und reicht bis 15.000 oder 30.000 Euro. Reiner Schnitt von geliefertem Material kostet etwa 200 bis 500 Euro pro Clip. Den Preis bestimmen Konzept, Teamgröße, Drehorte, und Schnittaufwand. Das sind Marktwerte anderer Anbieter. Unsere Preise besprechen wir im Erstgespräch.

Warum klingt mein Video hallig und was hilft dagegen?

Schlechter Ton vertreibt Zuschauer schneller als ein mittelmäßiges Bild. Hall entsteht in Räumen mit harten Flächen wie Fliesen, Glas und Beton und wenn das Mikrofon zu weit weg ist. Vier Dinge helfen sofort: ein Ansteckmikrofon statt des eingebauten Mikrofons, so nah wie möglich am Sprecher, ein Raum mit Teppich, Vorhängen oder Polstermöbeln, und Ruhe im Hintergrund. Schalte Lüftung, Kühlschrank, Kaffeemaschine und Handys für die Aufnahme aus und sag den Kollegen Bescheid. Hör den Ton schon beim Dreh über Kopfhörer ab. Ein Rauschen, das erst im Schnitt auffällt, lässt sich oft nicht mehr retten.

Sollte ich mit Teleprompter sprechen oder frei?

Für die meisten kurzen Videos wirkt freies Sprechen mit Stichpunkten natürlicher. Ein Teleprompter lohnt sich, wenn der Wortlaut genau stimmen muss, etwa bei heiklen Themen, bei längeren Erklär- und Schulungsvideos oder bei Texten in einer Fremdsprache. Dann gilt: den Text so schreiben, wie du sprichst, mit kurzen Sätzen. Vorher mehrmals laut lesen, Absätze für Pausen einbauen und ein paar Probedurchläufe machen. Sonst hört und sieht man das Ablesen. Eine gute Alternative ist die Interviewform: Jemand stellt dir neben der Kamera Fragen, du antwortest in eigenen Worten, und im Schnitt bleiben die besten Sätze.

Was hilft gegen Nervosität vor der Kamera?

Vor allem: nichts auswendig lernen. Wer einen Text aufsagt, wirkt steif und verhaspelt sich. Leg dir stattdessen eine Kernaussage und zwei, drei Stichpunkte zurecht und erzähl so, wie du es einem Kunden erklären würdest. Kurze Aussagen sind leichter als lange. Als Richtwert nennen Produktionsfirmen 25 bis 50 Wörter pro Statement. Sprich den Gedanken vorher ein paar Mal laut. Beim Dreh darf jeder Satz wiederholt werden, im Schnitt bleibt nur die beste Version. Es hilft, wenn dir jemand eine Frage stellt, statt in die leere Linse zu sprechen. Und die ersten Minuten sind zum Warmwerden da, danach wird es fast immer locker.

Was ist B-Roll?

B-Roll sind ergänzende Aufnahmen, die neben dem Hauptmaterial entstehen, also neben Interview oder Statement. Typisch sind Hände bei der Arbeit, Details, Räume, Wege durchs Gebäude, das Team im Gespräch oder die Außenansicht. Diese Bilder haben drei Aufgaben: Sie verdecken Schnitte im gesprochenen Text, sie belegen das Gesagte sichtbar, und sie halten die Aufmerksamkeit, weil das Bild wechselt. In Unternehmensfilmen macht B-Roll oft etwa die Hälfte des fertigen Videos aus. Erfahrene Teams planen deshalb ein Drittel bis die Hälfte der Drehzeit dafür ein. Wer nur sprechende Köpfe filmt, hat im Schnitt kaum Möglichkeiten.

Wie lange dauert es vom Dreh bis zum fertigen Video?

Für gefilmte Unternehmensvideos nennen Produktionsfirmen marktüblich ein bis drei Wochen für Schnitt, Farbkorrektur, Ton, Untertitel und Musik. Bei Imagefilmen sind insgesamt zwei bis vier Wochen vom Start bis zur Abgabe verbreitet. Kurze Reels gehen oft schneller, vor allem wenn mehrere Videos aus einem Dreh nacheinander fertig werden. Eingeplant sind in der Regel ein oder zwei Korrekturrunden. Am meisten Zeit sparst du mit gesammeltem Feedback: alle Änderungswünsche einer Runde in einer Nachricht, von einer Person freigegeben, mit Zeitangabe im Video. Viele einzelne Rückmeldungen von mehreren Beteiligten kosten mehr Zeit als der Schnitt selbst.

Wie lange bleibt gedrehtes Videomaterial aktuell?

Das kommt auf den Inhalt an. Zeitlose Aufnahmen von Räumen, Abläufen, Handwerk und Team lassen sich oft über Jahre verwenden. Für Imagefilme nennen Produktionsfirmen drei bis fünf Jahre. Social-Media-Videos sind kurzlebiger: Ein Reel bekommt seine Reichweite meist in den ersten Tagen und Wochen, deshalb braucht es regelmäßig Nachschub. Schneller veraltet alles mit Preisen, Aktionen, Trends, saisonalen Motiven und Mitarbeitern, die das Unternehmen verlassen. Plane deshalb am Drehtag bewusst beides: zeitlose Grundaufnahmen, die sich immer wieder neu schneiden lassen, und aktuelle Themen für die nächsten Wochen. Gut laufende Videos darfst du nach einigen Monaten erneut posten.

Du willst sichtbarer werden?Kostenloses Erstgespräch, rund 20 Minuten, unverbindlich.